Das Projekt Merge’n’Dice beschäftigt sich mit der datensatz­übergreifenden Datenzusammenführung zur Bearbeitung stetig komplexer werdender Fragestellungen.

Den Ausgangspunkt bildet die föderierte Treuhandstelle (federated Trusted Third Party, fTTP), wie sie in mehreren Forschungsvorhaben bekannt ist. Die fTTP erlaubt ein Record Linkage (RL, Zusammenführung von Gesundheitsdaten aus unterschiedlichen Quellen zu einer Person) in Forschungsverbünden mit dezentraler Datenhaltung und lokalen Treuhandstellen, welche identifizierende Daten (IDATs) lokal am Standort verwalten. IDATs werden hierbei regelhaft nicht zentral verwaltet. Zusätzlich gibt es eine klare organisatorische Trennung von IDATs und medizinischen Daten (MDATs), welche nicht von einer lokalen Treuhandstelle, sondern bspw. von einem Datenintegrationszentrum (DIZ) verwaltet werden. Die spezielle Form des Record Linkage (Privacy Preserving Record Linkage, PPRL) schützt die Identität einer Person, ermöglicht jedoch ein RL mit Erkennung von Ähnlichkeiten (z.B. Unterschiede in den IDAT durch Tippfehler, etc.). Das Standortübergreifende PPRL wird durch die fTTP durchgeführt, bevor MDAT zwischen den Standorten
übertragen werden.

Nach den Vorgaben vom Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) und der Medizininformatik‐Initiative (MII) wurde die fTTP technisch konzipiert durch die Universitätsmedizin Greifswald erstmalig im Rahmen des Projekts NUM‐RDP und seitdem für den spezifischen Zweck der Pandemieforschung mit
konkreten und abgegrenzten Anwendungsfällen betrieben. In der medizinischen Forschung gibt es jedoch eine Vielzahl von Anwendungsfällen, die sich mit der datensatzübergreifenden Datenzusammenführung zur Bearbeitung stetig komplexer werdender Fragestellungen befassen. Jene Anwendungsfälle haben unterschiedliche Konzepte, die in Merge’n’Dice in einer konzertierten Vorgehensweise analysiert und abgestimmt werden sollen. Durch Bündelung und Generalisierung soll so eine konzeptuelle Zusammenführung durchgeführt werden. Diese soll eine weiterentwickelte und funktional ergänzte fTTP zum Ergebnis haben. Dadurch sollen u.a. Datenqualität, Ergebnisqualität und Datensicherheit erhöht und gleichzeitig Aufwände reduziert werden.

Ausgehend von der fTTP, wie sie in NUM‐RDP technisch konzipiert und umgesetzt ist, sollen neue Anwendungsfälle und technische Funktionalitäten identifiziert und gesammelt werden. Diese bilden die Grundlage für umzusetzende Änderungen an vorhandener Infrastruktur und Softwarekomponenten. Diese Änderungen resultieren in einem Prototyp, welcher validiert werden muss. Das Ergebnis des Projektes ist die Blaupause für eine Generalisierte fTTP, welche künftig für neue Vorhaben zur Verfügung stehen wird.

Das Merge´n´Dice Projekt wird gefördert durch VDI VDE IT im Rahmen der Förderung „Datentreuhandmodelle“ (Förderkennzeichen 16DTM231).

Verantwortliche Institution
Universitätsmedizin Greifswald

Projektlaufzeit
2023 – 2026

Eingesetzte Werkzeuge

Projekt-Ergebnisse